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Buchtipp: Der Hunderjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

von Claudia Stegmann

Roman trifft Realität

Durch meine zweite Fuß-OP hatte ich in den letzten Wochen wieder viel Zeit zum Lesen. 🙃 Beim Stöbern nach passender Lektüre bin ich eher zufällig auf Jonas Jonassons hunderjährigen Romahelden gestoßen.

Nachdem es hier im Blog inzwischen einige Buchtipps gibt, ist es wohl kein Geheimnis mehr, dass ich einen Faible für Romane habe, in denen reale Fakten geschickt mit einer fiktiven Geschichte verknüpft werden. Darum habe ich mich mit großer Vorfreude auf die Reise mit dem überalterten Ausreißer eingelassen. 😉

Worum geht es?

Der überaus fitte hundertjährige Allan Karlsson begibt sich aus der Tristes des Altenheims auf einen spannenden und ziellosen Ausflug ins Ungewisse. Dabei trifft er auf ganz besondere Menschen und lernt das großartige Gefühl von Freundschaft und Zusammenhalt neu kennen. Gemeinsam macht sich die ungewöhnliche Gruppe aus dem Greis, einem Kleinganoven, einem Dauerstundenten und einer Elefantenretterin auf, zu einer völlig planlosen Reise. Unterwegs teilen sie auch die Geschichten und Erfahrungen ihrer Vergangenheit.

Dass man in 100 Jahren besonders viele Abenteuer sammeln kann, ist vorstellbar. Aber Jonas Jonasson hat dem alten Herren eine besonders aufregende Lebensgeschichte verschrieben. Der Romanheld erlebt viele historische Ereignisse live mit. Dabei bereist er die ganze Welt, expermientiert er mit großen Wissenschaftlern wir Oppenheimer, dinniert und debattiert mit Machthabern wie Stalin sowie Truman und rettet ganz nebenbei  Churchill das Leben. Mehr oder weniger bewusst nimmt er dadurch Einfluss auf bedeutende Weltgeschehnisse.

 

Mein persönliches Fazit

Mir hat das Buch noch bewusster gemacht, dass jeder von uns sein Leben selbst in der Hand hat. Wir haben alle Möglichkeiten und können jederzeit einen neuen Weg einschlagen. Das einzig Wichtige dabei ist, immer das Beste aus jeder Situation zu machen und mutig zu sein. Ja, manchmal vielleicht auch mutig genug intuitive Spontanität langen intensiven Planungen vorzuziehen. Denn kein Plan ist perfekt. Es werden immer Dinge passieren, die sich nicht vorhersehen lassen, egal welche Richtung wir einschlagen.

Jonas Jonasson hat der Titelfigur einen unglaublich wundervollen Charakterzug gegeben. Er hat ihm neutrale Offenheit und eine starke Persönlichkeit geschenkt, mit denen er im Roman Extremisten der Vergangenheit begegnet. Ich würde mir soviel Freimut auch in unserer heutigen Realität öfter wünschen. Die Vergangenheit hat uns oft genug gelehrt, dass radikale Denkansätze auch nicht wirklich zum Erfolg führen.

Eine verrückte und fesselnde Geschichte! Ich bin froh, dass es einen Fortsetzungsroman gibt, der schon bei mir bereit liegt. 😉

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