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Buchtipp: Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer

von Claudia Stegmann

Alter Klassiker mit zeitgemäßer Aktualität

Kennt ihr Bücher, die ihr einmal gelesen habt und nie vergessen könnt? Ich glaube jeder, der mich schon einmal nach einem Buchtipp gefragt hat, hat von mir bestimmt auch die Antwort „Gut gegen Nordwind“ bekommen. Vor kurzem ist mir das Buch wieder in die Hände gefallen, was für mich das eindeutige Zeichen war, dass es eigentlich verdient hat, hier im Blog vorgestellt zu werden. 😉

Daniel Glattauers Bestseller ist bereits im Jahr 2008 erschienen. Ich habe lange überlegt, ob es überhaupt sinnvoll ist ein Buch vorzustellen, dass bereits vor 11 Jahren erschienen ist. Je länger ich darüber nachgedacht habe, umso mehr ist mir die Aktualität des Themas bewusstgeworden. Damals war es eine ungewöhnliche Geschichte, dass sich ein Mann und eine Frau auf digitalen Weg kennenlernen und Gefühle füreinander entwickeln, da Social Media & Co. in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte. Facebook startete gerade erst, Messenger wie WhatsApp und Threema hatten die SMS noch nicht abgelöst und an Dating-Apps wie Tinder war noch lange nicht zu denken. Wahrscheinlich war genau das der Grund, warum Glattauer uns in seinem ungewöhnlichen Buch die E-Mails der beiden Hauptfiguren mitlesen und miterleben lässt. 😉

Worum geht es?

Die Geschichte beginnt mit einer einfachen E-Mail. Mit dieser versucht die Protagonistin, ihr Zeitschriften-Abo zu kündigen. Auf Grund eines Schreibfehlers kommt die E-Mail nicht beim Verlag an, sondern bei einem Unbekannten. Durch den freundlichen Hinweis, dass die E-Mail den falschen Empfänger erreicht hat, entwickelt sich ein stetiger E-Mailkontakt. Aus den anfangs fremden Menschen werden im Laufe der Zeit sehr nahe Vertraute. Allerdings nur auf schriftlichen, digitalen Weg. Je länger der Kontakt besteht und je näher die eigentlich fremde Beziehung wird, umso größer wird auch die Neugier den jeweils anderen Kennenzulernen. Doch einem Treffen steht die Angst entgegen, dass die gesprochene Realität der illusionierten Vorstellung der geschriebenen Worte nicht standhalten kann.

 

Mein Fazit

Mich hat das Buch daran erinnert, wie wichtig Authentizität und aufrichtiges Interesse in zwischenmenschlichen Beziehungen ist. Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, haben die Verbindungen den Jahren standgehalten, in denen beide Seiten die Zeit investiert haben, um dem Kennenlernen Zeit zu schenken. Dadurch sind tiefe Freundschaften entstanden, in denen man nicht nur die Freuden der Gegenwart miteinander teilt, sondern auch Sorgen, Ängste und Probleme sowie die Geschichten der Vergangenheit.

Zudem sind es oft die Kontakte, die zufällig und völlig ohne jede Erwartungshaltung entstehen und wachsen dürfen. Ich glaube, das Erfolgsrezept dabei ist, dass wir uns in diesen Situationen absolut unverstellt echt geben. Es gibt keinen Grund, Ecken und Kanten zu überspielen um einen zielführenden Eindruck zu hinterlassen. Ein Kennenlernen ohne sich zu verstellen, absolut unanstrengend und beständig. ☺

An dieser Stelle möchte ich einmal DANKE sagen, an meine Freude und Familie, dass ich sein darf, ich mich immer auf euch verlassen kann und ihr mit mir auch mal neben oder in der Spur, langweilig oder verrückt seid.

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