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Aufmerksamkeit schenken

von Claudia Stegmann

Wer kennt sie nicht? Die Situationen, in denen wir uns zwei Aufgaben mit unterschiedlichen Zielstellungen gleichzeitig vornehmen und darum mindestens eine der beiden zu kurz kommt. Ein gutes Beispiel ist das Beantworten von Nachrichten während wir ein Gespräch oder Telefonat führen.

Ich weiß schon, viele von uns halten sich für multitaskingfähig. Aber im Ernst: Am Ende kommt es zu vermeidbaren Missverständnissen, weil wir uns auf keine der beiden Dinge wirklich konzentrieren.

Aufmerksamkeit schenken

Unsere multimediale Zeit stellt oft komplexe Anforderungen an unsere Konzentration. Darum ist das oben beschriebene Beispiel eine gute Übung für eine kleine Achtsamkeitsmeditation im Alltag. Ziel ist es, in Unterhaltungen dem Gegenüber ganz bewusste und ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Telefonat, ein persönliches Gespräch mit einer oder auch mehreren Personen handelt.

Keine Zeit für Ausreden

Es gibt keine Ausreden, denn dieses Vorhaben braucht keine besondere Vorbereitung, du musst dir nicht extra Zeit freischaufeln, sondern kannst direkt die nächst beste Alltagssituation nutzen. 😊

 

Sobald sich eine Gesprächssituation ergibt, nimm dir ganz bewusst Zeit, um deinem Gesprächspartner deine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Ermahne dich selbst alles, was du gerade tust zu unterbrechen, dein Smartphone aus der Hand zulegen, Umgebungsgeräusche sowie alle weiteren Störfaktoren, die zu Ablenkung führen könnten, so gut wie möglich abzuschalten, sobald du ein Gespräch beginnst.

 

Konzentriere dich voll und ganz auf die verbale und nonverbale Kommunikation, indem du bewusst zuhörst. Das beinhaltet auch, dass du nicht schon über eine Antwort nachdenkst, bevor du alles gehört hast oder dir gar Gedanken über ein Thema machst, dass überhaupt nichts mit dem Gespräch zu tun hat. Konzentriere dich ausschließlich auf das Gespprächsthema. Halte mit deinem Gegenüber Blickkontakt und lasse die Körpersprache ganz unbewusst auf dich wirken. Bleibe also für die gesamte Zeit ganz bewusst in dem Moment.

Die kleinen Dinge zählen

Beobachte im Anschluss, was die Übung mit dir und deinem Gesprächspartner gemacht hat. Du könntest z.B. folgende Punkte für dich versuchen zu reflektieren:

  • Wie schwer ist es dir gefallen, dich nur auf das Zuhören zu konzentrieren?
  • Was ist dir von dem Gespräch im Kopf geblieben?
  • Hatte dein verändertes Verhalten Einfluss auf die Dynamik des Gesprächs?
  • Sind dir an deinem Gesprächspartner vielleicht Details aufgefallen, die du vorher noch nie bemerkt hast?
  • Möglicherweise hast du von deinem Gegenüber auch ein überraschendes Feedback zu dem Gespräch bekommen!?
  • Hatte dein Verhalten eventuell unbewusst auch Einfluss auf das Verhalten des anderen?

Probier es aus! Denn oft sind es die kleinen Dinge, die eine große Wirkung haben. 😉

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