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Pranayama - Die vierte Stufe des Pfad des Patanjali

von Claudia Stegmann

Seit Anfang des Jahres erzähle ich hier immer wieder etwas über den Pfad des Patanjali. Nach Yama, Nayama und Asana ist es heute an der Zeit, Stufe 4 - Pranayama – genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Atmung als Spiegel unserer Seele

In dem groben Überblick zum Pfad des Patanjali habe ich die Atmung als Spiegel unserer Seele beschrieben. Und genau das ist sie auch, denn je nach Gefühlslage beschleunigt, verlangsamt, schnappt oder stockt uns der Atem. Das kannst du gut an dir selbst überprüfen, indem du dich bzw. deine Atmung, in verschiedenen Lebenslagen einmal beobachtest, z.B. beim Sport, in einer stressigen Situation, direkt morgens beim Aufwachen, in entspannter Gesellschaft mit Freunden …

 

Mit einem kleinen Exkurs lässt sich die Behauptung auch anatomisch belegen. Die Atmung ist ein wichtiger Einflussfaktor für das Herz-Kreislauf-System, denn unser Blutkreislauf versorgt den Körper bis in die kleine Zehe mit frisch eingeatmeten Sauerstoff und entsorgt im Gegenzug das eigens produzierte Kohlendioxid. Grob dargestellt sieht das etwa so aus:

Lungenkreislauf

Aus der Grafik wird deutlich, dass der große Körperkreislauf und kleine Lungenkreislauf untrennbar miteinanderverbunden sind und im gleichen Rhythmus ablaufen.

Pranyama als Stufe im 8-gliedrigen Pfad

Darum ist die Beobachtung der Atmung ein guter Einstieg, aber die bewusste Regulierung mit Atemtechniken noch viel besser. 😉 Denn die Sanskrit-Bezeichnung "Pranayama" setzt sich aus 2 Teilen zusammen:

  • Prana = Lebensenergie, deren Träger die Atmung ist
  • Ayama = kontrollieren

Somit geht es bei Stufe 4 des Pfades nicht allein nur um die Atmung, sondern deren bewusster Kontrolle bzw. Regulierung.

Dabei gibt es ganz verschiedene Techniken für jeden Anlass: Ausgleich in stressigen Situationen, Abkühlung an heißen Sommertagen oder bei Hitzewellen, Unterstützung bei Schlafproblemen, Aktivierung des Kreislaufs und so weiter. Diese werden häufig auch in Yogakursen unterrichtet. Allerdings ist es viel wichtiger, das Wissen auch geschickt in den persönlichen Alltag zu integrieren und zielführend anzuwenden. 🧘

Falls du es direkt ausprobieren möchtest, findest du hier im Blog auch Beschreibungen und Anleitungen für die Wechselatmung und die Sitali-Atmung. 😉

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