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Yama - Die erste Stufe des Pfad des Patanjali

von Claudia Stegmann

Vor ein paar Wochen habe ich hier im Blog den Pfad des Patanjali kurz im Überblick vorgestellt. Ich möchte mir jetzt immer mal wieder die Zeit nehmen, um die einzelnen Stufen genauer unter die Lupe zu nehmen. Und ich finde, es ist eine gute Idee mit der ersten Stufe zu beginnen. 😉

Pfad des Patanjali

Yama - der Umgang mit der Umwelt

Grob könnte man sagen es geht um den achtsamen Umgang mit allem, was uns umgibt und um die Wirkung unseres Handelns auf unsere Umwelt. Das klingt im ersten Moment nach: lebe umweltbewusst und sei nett zu deinen Mitmenschen. Ja, das ist ein kleiner Teil von Yama, aber schaut man genauer hin verlangt uns diese Stufe noch viel mehr ab. Denn es geht nicht nur um das Hier und Jetzt, sondern auch, um die Auswirkungen unseres Handelns auf die Zukunft. Damit nix schiefgehen kann, ist Yama nochmal mit 5 Unterstufen konkretisiert. 😉

Unterstufe 1: Ahimsa - Gewaltlosigkeit

Die Gewaltlosigkeit im Sinne dieses Pfades umfasst viel mehr als ausschließlich physische Gewalt gegenüber anderen Lebewesen. Es geht darum achtsam seine Umwelt wahrzunehmen und wertschätzend zu agieren. Ganz egal, ob es den Umgang mit Menschen, Tieren oder der Natur betrifft – einfach alles sollte achtsam wahrgenommen und behandelt werden.

Ob gewaltfreie Kommunikation, liebesvolle Miteinander, ressourcenschonende Lebensweise, bedachte Ernährung usw – im Mittelpunkt dieser Unterstufe stehen immer Rücksicht und sanftmütiges Handeln.

Unterstufe 2: Satya - Wahrhaftigkeit

Die Wahrhaftigkeit fordert offen und ehrlich zu leben, um sich selbst treu zu bleiben und authentisch zu sein. Allerdings ist diese Unterstufe kein Freibrief, um sich wie die Axt im Wald zu benehmen. Denn wie ich im ersten Artikel schon geschrieben habe, sind die Stufen nie einzeln zu betrachten, sondern immer im Zusammenspiel. Darum gehen auch Ahima und Satya Hand in Hand. Deswegen gilt Gewaltlosigkeit auch in der Kommunikation von Wahrheiten. Zudem sind auch die Folgen von Ehrlichkeit zu bedenken und abzuwägen. Und nein, das ist kein Hoch auf die Notlügen, sondern die Motivation manchmal kritisch zu prüfen, ob wirklich jeder wahre Fakt auch einen Nutzen hat, der eine Aussprache rechtfertigt.

Unterstufe 3: Asteya - nicht stehlen

Nicht stehlen bezieht sich in diesem Zusammenhang nicht nur auf materielle, sondern auch immaterielle Dinge. In unserer heutigen Zeit von sozialen Medien und steigendem Erfolgsdruck einer Überflussgesellschaft ein Aspekt, der mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Allerdings beginnt Asteya schon bei der Habsucht und ihrer Vermeidung, also der Erinnerung mit dem zufrieden zu sein, was wir haben.

Unterstufe 4: Brahmacarya - das richtige Maß

Im ersten Moment könnte man annehmen, dass auch diese Unterstufe sich auf die Zufriedenheit mit dem eigenen Haben bezieht. Ja, das stimmt – auch Brahmacarya regt dazu an zu hinterfragen, ob höher, schneller, weiter wirklich immer einen sinnvollen Nutzen hat. Aber, ähnlich wie auch Asteya, nicht nur bezogen auf materielle Dinge. Es geht auch darum schon im Denken und Handeln sowie mit äußeren Einflüssen maßvoll zu sein. Denn durch eine Reduzierung der täglichen Reizüberflutung kann eine deutliche Entlastung der Sinne und Seele geschaffen werden.

Unterstufe 5: Aparigraha - nicht horten

Ganz klar, auch hier geht es wieder um Bescheidenheit, sowohl was physischen Besitz aber auch unsere persönliche Einstellung betrifft. Ein bisschen überschneidet es sich damit auch wieder mit Asteya und Brahmacarya. Allerdings bezieht es sich auch auf einen schonenden Umgang mit Ressourcen sowie auf unsere Erwartungen. Denn manchmal ist es wichtig sich von alten Erwartungen zu lösen.

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